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Starkes Land Nordrhein-Westfalen

„Starkes Land Nordrhein-Westfalen“ ist ein auf die Region abgestimmtes Wirtschaftsmagazin, das zweimal pro Jahr beigeheftet in der Nordrhein-Westfalen-Auflage von dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL erscheint.

Geschäftsführer Enno Fuchs im Interview.

Herr Fuchs, das Projekt MARK 51°7 präsentiert sich heute als Innovationsquartier unter dem Motto „Wissen schafft Wirtschaft“. Welchen Stellenwert hat für Sie das Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft?

Innovationen sind immer der Garant für Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg der deutschen Wirtschaft gewesen. Deshalb war es für uns von größter Bedeutung, ein Quartier zu entwickeln, das auf Bochums Stärken als Wissensstadt aufbaut. Wissenschaft allein reicht aber nicht aus. Innovationen brauchen gezielten Knowledge Transfer und Knowledge Spillover zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Unter anderem deswegen entstehen auf MARK 51°7 „Plattformen“, also Orte wie  FabLabs und Co-Working Spaces, auf denen dieser Austausch effizient und synergetisch an einem Ort stattfinden kann.

Sie bieten  Unternehmen für diesen Knowledge Transfer also geeignete Schnittstellen. Welche Wirtschaftszweige werden sich denn bis 2030 auf MARK 51°7 etablieren?

Ja, Forschung und Entwicklung wird weltweit zunehmend interdisziplinär gedacht und entsprechend werden Orte gesucht, die die dafür benötigten Infrastrukturen anbieten. Die Unternehmen auf MARK 51°7 sind global aufgestellt und Technologieführer in ihren Branchen. Hierzu einige Beispiele: Die Firma SCISYS entwickelt die Steuerungssoftware für die Satelliten der ESA & NASA. Softwarelösungen der BOSCH Tochter Escrypt sorgen dafür, dass autonome Systeme sicher im Bereich Automotive  funktionieren. In der Neuronenforschung setzt sich das Institut THINK das Ziel, Maschinen künftig per Gedanken zu steuern. Alle diese Innovationen finden Eingang in Produkte und Services, die dann Kunden in aller Welt haben werden.

Derart große Projekte laufen oftmals Gefahr, den Bezug zu ihrer Umgebung, häufig als ‚Local Context‘ bezeichnet zu verlieren und ein abgeschotteter Raum zu werden. Gibt es Pläne, die Einbettung des Areals in die Stadt Bochum nicht nur rein wirtschaftlich, sondern auch städtebaulich anzustoßen?

„Innovationsquartiere“ müssen für Unternehmen und Institutionen, die in Wissen und Technologie investieren, neu gedacht werden. Fast ein Drittel der Fläche besteht künftig aus Grünanlagen und Parks. Ganz bewusst entwickeln wir das Areal MARK 51°7  gemeinsam mit der Stadt Bochum als Teil eines integrativen Konzepts. Viele Jahrzehnte hat es kaum Austausch zwischen dem Areal und dem angrenzenden Stadtteil Laer gegeben. Nun denken und realisieren wir diese Verbindungen gemeinsam. Ich denke da zum Beispiel an den „OSTPARK - Neues Wohnen“. Hier entsteht in weniger als 1km Entfernung zu MARK 51°7 ein komplett neues Wohngebiet mit mehreren Hundert Wohneinheiten. Es entstehen urbane Lebensräume und kurze Wege und man kann Wohnen und Arbeiten in seiner besten Form verbinden. Ergänzt durch Kitas, Restaurants, öffentliche Plätze und Nahversorgung entsteht also ein lebendiges Stadtquartiers und zeigt, dass Bochum die Zeit der monostrukturellen Industrieansiedlungen hinter sich gelassen hat. Und das der eingeschlagene Weg der richtige ist, bestätigen man uns auch von dritter Seite: Konzept und Umsetzung von MARK 51°7 wurden unter anderem mit dem ersten Platz beim polis Award 2019 für urbanes Flächenrecycling ausgezeichnet. Wir dürfen deshalb mit Fug und Recht von einem ‚ausgezeichneten‘ Projekt sprechen.

Im letzten Jahrzehnt sind einige Unternehmen und ganze Industriezweige so schnell verschwunden, wie sie entstanden sind, man denke nur an die Solarindustrie. Wie wird sichergestellt, dass sich die Investitionen langfristig als richtig erweisen?

Wie so oft kommt es auf Diversifizierung an. Der Branchenmix auf MARK 51°7 ist vielfältig, zukunftsorientiert und steigert die Wirtschaftskraft der Region nachhaltig. Bereits heute - die Aufbereitung der Fläche ist noch in vollem Gange - sind 60% der Gewerbe- und Industrieflächen verkauft. Dort werden in den kommenden Jahren über 6.000 Menschen arbeiten. MARK 51°7 ist ein Leuchtturmprojekt für die Innovationskraft, die wir in Bochum entwickeln.